Wir bringen Zukunft e.V.
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Tagebuch der Teilnehmer 2013

Tagebuch von Robin Kleine (Ausbildung zum Elektriker)

 

1. Tag Donnerstag 17. Januar 2013

Am 17. Januar 2013 haben wir uns um 16 Uhr an der BBS Betzdorf-Kirchen getroffen.

Wir sind dann mit einem Reisebus Richtung Frankfurt gefahren. Unser Flug sollte planmäßig um 21.40 Uhr nach Singapur starten. Das Flugzeug war bei dem Frost stark vereist und musste deshalb noch etwa eine halbe Stunde enteist werden. Wir hatten einen Direktflug mit der Lufthansa und wurden in den 12 Stunden sehr gut mit Getränken und Essen versorgt.

 

2.Tag Freitag 18. Januar 2013

Am 18. Januar sind wir um 16.45 Uhr (Singapur Zeit) sicher in Singapur gelandet und mussten 8 Stunden auf den nächsten Flug nach Cebu warten. Der Aufenthalt auf dem Flughafen war sehr interessant, denn es ist einer der größten Flughäfen der Welt.

Um 00.20 flogen wir in 4 Stunden nach Cebu, wo wir am 19. Januar morgens um 4.00 Uhr ankamen. Wir waren alle ziemlich müde, aber auch sehr aufgeregt, da wir die Müllkinder in Cebu besuchen wollten. Dieses Erlebnis bei den Müllkindern werden wir wohl alle nie vergessen. Für mich war das ein ganz besonderes Erlebnis. Die Kinder waren glücklich uns zu sehen. Es reichte ihnen, uns nur anzufassen. Jeder von uns hatte 2 oder 3 Kinder an der Hand und alle freuten sich.

 

 

 

 

 

Tagebuch von Niclas Barthel (Berufsoberschule I)

 

3.Tag Samstag 19. Januar 2013

Die Maschine landete morgens um kurz nach 4 Uhr in Cebu. Die beschränkte Beinfreiheit und die ungewöhnliche Sitzform ließen mich nicht sonderlich erholt ankommen. Um die Wartezeit auf die andere Gruppe zu verkürzen, begaben wir uns in ein Café für ein ausgewogenes Frühstück. Im Bus machten wir uns auf in Richtung Stadt. Gespannt schaute ich aus dem Fenster, um die neue und unbekannte Umgebung in Augenschein zu nehmen. Schnell wurden die ersten Unterschiede zur Heimat ausgemacht. Die Dächer sind statt mit Ziegeln mit Wellblech gedeckt, auf einem Motorroller finden mehr als nur 2 Leute Platz und die Menschen winkten einem freundlich zu. Auf dem Weg zur Mülldeponie sprachen wir darüber, was uns erwarten wird und wir besorgten noch Süßigkeiten, die wir an die Kinder verteilen konnten. Ich kam mit gemischten Gefühlen im „Mülldorf“ an. Auf der einen Seite habe ich mich auf die neue Erfahrung, die Chance etwas zu sehen, was man bei keinem Hotelurlaub buchen kann, gefreut. Auf der anderen Seite war mir auch bewusst, dass es für einen selbst nicht einfach ist, Armut und Elend, gerade in Verbindung mit Kindern, zu sehen. Im Dorf angekommen, verteilten wir die ersten Süßigkeiten an die Kinder, die uns empfingen. Schnell sprach sich im Dorf herum, das wir anwesend sind. Aus allen Richtungen strömten nun die Kinder zu uns, um eine Kleinigkeit zu ergattern. Anders als erwartet blickte ich nicht in traurige, hilflose Kinderaugen sondern in lachende und begeisterte Augen. Unsere Anwesenheit ließ die Kinder anscheinend für einen Moment vergessen, in welchem Zustand sie leben. Ich frage mich, ob ihnen überhaupt bewusst ist, wie sie dort leben und wie die Welt außerhalb aussieht. Während unserem Rundgang hielten die Kinder unsere Hände, sprangen an uns hoch und posierten vor unseren Kameras. Nach kurzer Zeit trug jeder Schüler ein Kind auf den Schultern oder hatte 2 und mehr an den Händen. Der Gestank, die „Wohnungen“ und die hygienischen Umstände waren wie erwartet katastrophal. Man konnte nirgends hinblicken ohne Müll zu sehen. Wenn man einen Jungen sieht, der Essensreste aus den Abfällen einer Fast-Food-Kette sammelt, dann lernt man zu schätzen, was man in der Heimat hat. In ständiger Begleitung der Kinder, kamen wir dem Ende des Rundgangs entgegen. Einige von uns tobten sich nochmal mit den Kindern aus, bevor wir unser nächstes Ziel ansteuerten. Wir fuhren in eine Wohnsiedlung, in der Häuser gebaut werden, um die Familien von der Mülldeponie umzusiedeln. Massive Häuser, ruhige und saubere Umgebung. Auf einem Basketballfeld spielten einige Jugendliche und schnell wurde ein freundschaftliches Match zwischen den einheimischen Teenagern und einigen Schülern ausgetragen. Nach der langen Reise, der Müllhalde und der sportlichen Einlage war das Bedürfnis zu duschen so groß, dass wir ein Schwimmbad aufsuchten, um dort unsere vernachlässigte Körperhygiene nachzuholen. Nach der Planscherei fuhren wir zurück in die Stadt, um in einem Kaufhaus etwas zu essen und einige Kleinigkeiten zu besorgen. Trotz einer klassisch „westlich“ aussehenden Pizza einer Fast-Food-Kette fielen uns schnell Unterschiede zur Heimat auf. Statt Messer und Gabel wurden Löffel und Gabel serviert. Pizza und ein Löffel? Was man damit anfangen soll, haben wir bis heute nicht aufklären können. Vom Kaufhaus ging es dann weiter zur Fähre, auf der wir die Nacht verbringen würden. Die Schiffdecks waren zugestellt mit einfachen Doppelbetten. Nach den letzten Nächten im Sitzen war es eine willkommene Abwechslung die Nacht in der Waagerechten zu verbringen.

 


4.Tag Sonntag 20. Januar 2013

Früh am Morgen schaute sich ein Teil der Gruppe den Sonnenaufgang vom Schiff aus an. In Surigao angekommen wurden, wir erneut mit der Armut konfrontiert. Im Hafen angekommen, kamen Jugendliche auf Styroporplatten an die Fähre geschwommen und bettelten um ein paar Münzen. Mit einem Kescher fingen sie dann gekonnt das Geld auf, welches von den Passagieren hinab geworfen wurde. Ein komisches Gefühl, Geld nach Leuten zu werfen, die im kalten Wasser ausharren, um jedem Cent hinterher zu tauchen. Als wir von Bord gingen, wurden wir von einer großen Meute Taxifahrer belagert, die uns ihre Dienste anboten. Wir nutzten jedoch die gemieteten Kleinbusse, um in die Unterkunft für die nächsten Tage zu kommen. Im Hotel angekommen, wurde gefrühstückt und sich frisch gemacht. Nach einer kurzen Ruhepause fuhren wir zu dem Kinderheim. Dort inspizierten wir, was bisher geschaffen wurde und was noch auf uns zukommen würde. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt noch nicht so richtig vorstellen, das wir das Kinderheim innerhalb von 8 Arbeitstagen fertig stellen werden. Für die unebene und bewachsene Außenanlage konnte ich mir noch keinen Platz vorstellen, auf der ein Spielplatz entstehen sollte. Doch nach Gesprächen über das weitere Vorgehen und die Vorstellungen von Herrn Rink und Herrn Nocker wurden die Zweifel weniger. Natürlich fiel uns allen auch die besondere Lage des Hauses auf. Unser Arbeitsplatz für die nächsten Tage ist von Palmen und Dschungel umgeben und nur einen Steinwurf vom Strand entfernt. Einen schöneren Ort zum Arbeiten kann es kaum geben. Nach der Sichtung fuhren wir mit Gummibären im Gepäck ins Dorf hinein.  Dort waren wir wieder schnell der Mittelpunkt des Geschehens. Wieder blickten wir in fröhliche Kinderaugen beim Verteilen der Süßigkeiten. In der Basketballstätte des Dorfes waren die Bewohner sportlich aktiv. Auch hier ließen es sich einige von uns nicht entgehen, die Einheimischen herauszufordern und ein kleines Match auszutragen. Während die einen spielten, verteilten die anderen weiterhin Gummibärchen an die immer größere werdenden Kindermassen. Anschließend schauten wir uns noch den Rest des Dorfes an, wozu auch eine Grundschule zählt. Am Strand machten wir dann noch einige Fotos mit den Kindern, um dann wieder zurück ins Hotel zu fahren. Dort nahmen wir das Abendessen zu uns.

 


 

Tagebuch von Tim Kuhlen (Ausbildung zum Metallbauer)

 

5.Tag Montag 21. Januar 2013

Heute ist unser erster Arbeitstag. Ich bin schon sehr gespannt, was wir heute alles tun werden und wie die Leute sind, mit denen wir zusammen arbeiten. Als wir auf der Baustelle ankamen, wurden wir eingeteilt. Wir waren je zwei deutsche und ein philippinischer Arbeiter. Wir haben dann heute begonnen, die Sockelleisten zu schneiden und zu kleben, draußen wurde die Anlage vorbereitet für den Spielplatz. Ich durfte die Fliesen zurecht schneiden und in die Zimmer bringen. Das war zwar kein schwerer Job oder recht anstrengend, aber durch die hohen Temperaturen  und hohe Luftfeuchtigkeit kam man schnell ins Schwitzen. Die Philippinischen Arbeiter sind sehr nett, sie verstehen allerdings nur wenig Englisch, aber man kann sich auch mit Händen und Füßen verständigen.

In der Mittagspause gab es heute etwas vom Bäcker, anschließend sind wir an den Strand gegangen, der nur 50 Meter von der Baustelle entfernt ist. Wir waren auch im Wasser  schwimmen, das Meer war angenehm. Die philippinischen Arbeiter haben uns frische Kokosnüsse direkt vom Baum geholt. Das sah bei denen so leicht aus, wie die den Baum hochgeklettert sind. Die Kokosnüsse sind doppelt  so groß wie bei uns und das Fruchtwasser ist viel süßer als bei uns und das Fruchtfleisch war nicht fest sondern noch glibberig.

Nach der Pause haben wir die Sockelleisten weiter  fest geklebt und angefangen die Wände zu spachteln und zu schleifen, damit wir am nächsten Tag schon mit dem streichen beginnen konnten und damit war dann unser erster Arbeitstag beendet. Als wir ins Hotel zurückkehrten, waren alle sehr müde vom dem Tag.    

 

 

6.Tag Dienstag 22. Januar 2013

Heute ist unser zweiter Arbeitstag auf den Philippinen. Wir haben heute begonnen, die Sockelleisten zu verfugen und sie weiter zu kleben. Ich habe heute das erste Mal verfugt, das sah anfangs so schwierig aus, aber wenn man die richtige Technik hat, ist es total einfach. Nachdem wir die Sockelleisten verfugt haben, wurden die Wände grundiert und nach dem Trocknen haben wir sie mit weißer Farbe zu gestrichen.

Dann hatten wir schon Pause, es gab wieder was vom Bäcker und natürlich sind wir wieder an den Strand gegangen. Da stand auf einmal ein Hund neben uns, wir wussten nicht, wo er herkam, aber einer der schon mal mitgefahren ist sagte, dass er zu einem Arbeiter gehört und wir haben ihn mit unseren Backwaren gefüttert. Es war ein sehr lustiger Hund und sehr abgemagert.

Die Pause war schnell vorbei  und es ging weiter. Draußen wurde der Behälter für die Kläranlage innen verspachtelt. In der Zeit haben wir drinnen weiter gestrichen und fertig verfugt. Mit den philippinischen Arbeitern war es lustig, sich zu unterhalten. Sie haben uns zum Beispiel gefragt, wie das Wetter so bei uns ist und wir haben denen dann ein Bild mit Schnee gezeigt. So etwas kannten sie nicht. Aber einer sagte, dass es auf einer anderen Insel auch Schnee gibt, aber nur auf einem Berg. Und dann war der Tag auch schon vorbei.

Fazit

Ich würde sofort noch mal mit der Gruppe auf die Philippinen fliegen, ohne darüber nachzudenken, weil das so schön ist mit den Leuten zu arbeiten und um den Kindern, die auf der Straße leben eine bessere Zukunft zu geben, sodass sie ein Dach über dem Kopf haben. Das freut mich sehr, weil wir in diesem Jahr und die anderen Schüler, die vor uns zu einem Baueinsatz auf die Philippinen gereist sind, es geschafft haben, den Kindern, die auf der Straße leben, zu helfen. Obwohl die Philippinen ein sehr armes Land ist, waren sie sehr gastfreundlich zu uns.

 

  

 

Tagebuch von Jan Schneider (Ausbildung zum Anlagenbauer)

 

7.Tag Mittwoch 23. Januar 2013

Der heutige Tag begann für uns ein wenig stressig. Kevin der für gewöhnlich die Weckanrufe des Hotels entgegen nahm, riss mich (wenn ich mich recht entsinne) mit den  Worten ``Jan wir haben verschlafen´´ aus dem Schlaf, wir waren bereits über eine halbe Stunde überfällig und das Frühstück hatte schon begonnen, wir schmissen uns in Windeseile die Klamotten über und gingen in den Speisesaal, wo wir überrascht aber erleichtert sahen, dass wir noch zu den ersten gehörten. Einen Arbeitstag ohne was zu Essen oder zumindest eine Tasse Kaffee zu trinken wäre überhaupt nicht mein Fall geworden. Es stellte sich also heraus, dass das Hotel einen Fehler gemacht und vergessen hatte, die Weckanrufe zu tätigen. So konnten wir also alle noch einigermaßen in Ruhe unser Frühstuck genießen und die Fahrt zu einem weiteren Arbeitstag antreten. Kevin und ich kümmern uns gemeinsam um die Sanitärinstallationen im Kinderheim. Es mussten viele Waschtische und Garniturstangen befestigt, bei allen Waschtischarmaturen der Warmwassereingang verschlossen und viele Undichten beseitigt werden. Oh, jetzt habe ich ganz vergessen unsere Mittagpause zu erwähnen, die wir eigentlich jeden Tag am Meer verbrachten, ein philippinischer Arbeiter pflückte uns wieder frische Kokosnüsse (ich meine, es wäre Jason gewesen bin mir aber nicht mehr ganz  sicher). Ich könnte mir keinen besseren Ort für eine Mittagspause vorstellen.  Nachdem wir nach getaner Arbeit wieder im Hotel angekommen waren und ich mich geduscht und angezogen hatte, ging ich mit meinem Zimmergenossen zum gemeinsamen Abendessen mit der ganzen Gruppe. Ich weiß allerdings nicht mehr, was ich dort gegessen habe, kann mich nur noch daran erinnern, dass Herr Rink mir einen sehr leckeren Mango Milchshake empfohlen hatte, welchen ich die nachfolgenden Tage noch öfters bestellte. Anschließend saßen wir in der Gruppe noch gemütlich zusammen. Da ich an dem Tag relativ zeitig ins Bett gegangen bin, ging ein weiterer spannender Tag auf den Philippinen für mich zu Ende.

Tagebuch von Tim Becker (Ausbildung zum Elektriker)

 

 

 

8.Tag Donnerstag 24. Januar 2013

Am Donnerstag den 24.01.2013 hat es geregnet aber das hat uns nicht davon abgehalten zu arbeiten, weil der Regen bei diesen Temperaturen eine angenehme Abkühlung ist. Außerdem waren noch viele Arbeiten im Haus zu erledigen. Es mussten noch viele Fliesen geschnitten, geklebt und verfugt werden. Es wurden ebenfalls noch ein paar Räume gestrichen. Und das immer mit der Unterstützung der philippinischen Arbeiter. Auf der Baustelle wurde viel gearbeitet, aber man fand immer etwas Zeit, um zu reden und zu lachen, egal ob es mit deutschen, mit dem Engländer oder mit den Philippinos war. Es gab zwar ab und zu ein paar Verständigungsprobleme, doch man hat sich immer gut verstanden. Zum Abend hin sind wir dann alle gemeinsam ins Hotel gefahren, haben geduscht, uns fertig gemacht und haben dann gemeinsam zu Abend gegessen, auch wenn das Essen auf den Philippinen oft ein wenig anders war. Nach dem Abendessen hat man sich noch unterhalten und danach ist man oft erschöpft nur noch ins Bett gefallen um zu schlafen.

 


9.Tag Freitag 25. Januar 2013

Am Freitag den 25.01.2013 hat es zum Glück nicht geregnet, und man konnte wieder bei wunderbarem Sonnenschein draußen arbeiten. An diesem Tag wurde eigentlich dieselbe Arbeit verrichtet wie die Tage zuvor, aber trotzdem ähnelte kein Tag dem anderen, es passierte immer wieder was anderes. Man wurde zum Beispiel einem neuen fremden Arbeiter zugeteilt und lernte so ihn und seine Kultur besser kennen. In der Mittagspause sind wir dann alle gemeinsam, wie jeden Tag, runter zum Strand und haben da die Pause und die Sonne genossen. Außerdem hat uns fast jeden Tag einer der philippinischen Arbeiter eine Kokosnuss von einer Palme gepflückt, egal wie groß oder klein die Palme war. Sie haben uns dann auch direkt gezeigt, wie man so eine Kokosnuss richtig öffnet und isst und ich kann nur sagen, dass das die besten Kokosnüsse waren die ich jemals gegessen habe. Und mir persönlich ist aufgefallen, dass die philippinischen Arbeiter bzw. die Philippinos sehr freundliche und hilfsbereite Menschen sind und sich über jede Geste freuen, egal wie klein diese Gesten sind. Abends sind wir dann wieder alle gemeinsam zurück ins Hotel gefahren, haben uns fertig gemacht und wieder gemeinsam zu Abend gegessen und danach wieder zusammen gesessen.

Ich kann nur sagen, egal welcher Tag es war, es war immer ein besonderer Tag. Ich habe neue Freunde bekommen, viel gelernt und sehr viel Erfahrung gesammelt. Ich finde, jeder sollte mal die Chance bekommen, so etwas Wertvolles und Schönes zu erleben.

 

 


 

Tagebuch von Silas Becker (Berufsoberschule I)

 

 

Samstag bis Montag 26.-28. Januar 2013

Ich habe mit Herrn Nocker zusammen arbeiten dürfen, was mir viel Spaß bereitete. Wir haben einen Abstellschrank zusammen gebaut. „Marke Eigenbau“ was ich sehr schön fand, da man seine eigenen Ideen dazu mit einbeziehen konnte. Zudem haben wir eine Wasserpumpensteuerung (Schwimmerschalter mit Verteilerdose) im Wassertank installiert. Ich habe mich also sehr in die Elektrik gewagt, die meinem erlernten Beruf natürlich zu Gute kam. Ich konnte meine Fachkenntnisse im Begriff „Sanitäranlagen“ und „Verputzen“ erweitern, indem ich einerseits den Gas-Wasserinstallationsmechanikern helfen konnte. Es hat viel Spaß gemacht, Fensterrahmen zu verputzen. Ich habe Lampen, Steckdosen und Schalter mit Silicon abgespritzt, um sie abzudichten und zu fixieren. Das hat mir persönlich viel Spaß gemacht. Die Fahrt auf die Philippinen war sehr eindrucksvoll für mich. Wir konnten sehr viel erleben (Singapur/AirbusA380/Philippinen). Die Müllhalde in Cebu prägt sich sehr ins Gedächtnis ein. Ich denke, dass war bei jedem in der Gruppe so. Es war schon traurig, Kinder zu sehen, die in dem Müll leben. Ich fand es gut, als wir den Kindern Süßigkeiten schenken durften und einen Rundgang in deren „zu Hause“ machen konnten, um sich wirklich ein klares Bild zu machen, wie auf der Baustelle zu sprechen und einige Worte in deren Sprache zu erlernen. Es gab einige emotionale Augenblicke auf dieser Fahrt z.B. „Verabschiedung der Arbeiter“, die einem schon ans Herz gingen. Das Wetter hat mich nicht überrascht, da ich mit Hitze / Sonne und plötzlich eintreten von Sturzregen gerechnet habe. Ich war verwundert darüber, dass dort sehr viel Basketball gespielt wurde und jedes Dorf einen Korb hatte.

 

Ich hatte viele neue Freunde kennengelernt, mit denen ich eine tolle Zeit dort verbringen konnte. Mit 3 von den neuen Freunden habe ich immer noch einen regen Kontakt. Ich fand die Planung von Herrn/Frau Rink und Herrn Nocker super, da alles einwandfrei von statten ging. Die Erfahrung, mit einem Engländer arbeiten zu können, wird niemand vergessen. Es hat mein Englisch schon verbessert und es hat viel Spaß gemacht, jemanden aus einem anderen Land dabei zu haben.

Fazit

Im Ganzen finde ich es eine super Sache. Es ist eine unglaubliche Erfahrung mal die „dritte Welt“ mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe bleibende Eindrücke mitnehmen können.

 

Tagebuch von Moritz Burbach (Ausbildung zum Elektriker)

 

13.Tag Dienstag 29. Januar 2013

Morgens um 6 Uhr standen wir auf. Geweckt durch den Zimmerdienst traten alle pünktlich um halb 7 zum Frühstück an und beim gemeinsamen Frühstück wurde über die Vorkommnisse des letzten Tages gesprochen.

Um 7 Uhr fuhren wir los Richtung Baustelle, dort wurden die letzten Arbeiten verrichtet wie z.B. aufräumen und putzen. Der Höhepunkt des Tages war die Abschiedsfeier mit den philippinischen Arbeitern, die uns allen sehr ans Herz gewachsen sind. Bei kühlen Getränken und einer sehr lustigen Runde wurde der Abend zusammen verbracht. Als kleine Geschenke ließen wir unsere „alten" T-Shirts, Hosen und Schuhe auf den Philippinen zurück und schenkten sie den Arbeitern. Nachdem alle viel Spaß hatten hieß es dann „Auf Wiedersehen" sagen. Dies fiel uns allen nicht leicht, aber vor allem dem einen oder anderen philippinischen Arbeiter fiel es sehr schwer. Tränen flossen und Sätze wie: " Wir werden euch nie vergessen" und „Danke für alles" fielen von den philippinischen Arbeitern, natürlich auf englisch. Zurück im Hotel machte ich mir persönlich Gedanken über die bisherigen Vorkommnisse dieser Reise und war einfach nur begeistert, wie viele nette Menschen ich dort kennenlernen konnte. Anschließend fielen alle todmüde ins Bett.

 

14.Tag Mittwoch 30. Januar 2013

Morgens standen wir alle voller Vorfreude auf das neue Hotel auf. Zuerst wurde gemeinsam gefrühstückt und anschließend wurden die letzten Sachen in den Koffer geworfen und schon ging es los Richtung Flughafen, der nur ein paar Autominuten vom Hotel entfernt war. Von da aus ging es mit einer Flugzeit von einer Stunde nach Cebu. In Cebu wollten wir uns noch zwei Tage erholen, bis wir wieder nach Deutschland zurück fliegen werden. Am Flughafen in Cebu angekommen, wurden wir von einem Bus abgeholt und ins Hotel gebracht. Im Hotel angekommen wurden die Zimmer aufgeteilt, was aber ziemlich schnell ging. Anschließend ging es erstmal in die Zimmer. Wir staunten, weil niemand mit solch schönen Zimmern gerechnet hätte. Am Abend wurde gemeinsam zu Abend gegessen und danach wurde in vereinzelten Gruppen und ab und an auch in der gesamten Gruppe die Hotelanlage erkundet. Die verschiedenen Bars luden zum gemütlichen Beisammensein ein, was viele dankend annahmen. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und im Laufe des Abends ging jeder zu Bett, da man am nächsten Tag fit sein wollte!

Tagebuch von Paul Neumann und Can Cantürk (Höhere Berufsfachschule für Informatik)

 

15. Tag Donnerstag 31. Januar 2013

Nach der anstrengenden Arbeitswoche, die wir in Surigao verbracht hatten, erholten wir uns für zwei Tage in Cebu. Die erste Nacht in unserem Hotel war sehr schön. Nachdem wir morgens aufgestanden waren, sprangen wir erstmals zur Erfrischung in den Pool vor unserer Tür. Nach der nassen Erfrischung gingen wir zum Frühstück. So stand jeder von uns mit großen Augen und riesigem Hunger vor dem Buffet mit einer sehr großen Auswahl an lauter leckeren Sachen. Ich persönlich war erstaunt, dass es zum Beispiel Sushi zum Frühstück gab. Oder sogar schon warme Gerichte wie Suppen oder auch Fleisch, welche normalerweise zum Mittagessen serviert werden. Das Essen war wunderbar. Eine solche Auswahl an Köstlichkeiten hatte ich zuvor noch nicht gegessen und es hat meinen Magen gefreut. Nach dem Frühstück trafen wir uns mit den restlichen Jungs erneut im Pool, um zu besprechen was wir den restlichen Tag so unternehmen. Am Nachmittag entschied sich, dass wir am Freitagmorgen einen Schnorchel-Ausflug machen. Nachdem jeder etwas Sonne getankt hatte, konnte sich abends jeder selber verpflegen. Nach dem Essen tauschten wir uns gemeinsam über die erlebten Sachen aus. Das große Thema war natürlich der Abschied am Dienstag von unseren philippinischen Freunden. Es flossen Tränen und uns allen fiel der Abschied schwer.

Dieses Erlebnis und die ganzen anderen Eindrücke werde ich mein ganzes Leben mit mir tragen und mich gerne an diese schöne Zeiten mit den wirklich besten Leuten, die ich auf der Fahrt kennengelernt habe. Ich kann auch ehrlich von mir behaupten, dass alle zwölf Jungs meine neuen Freunde geworden sind. Und ich bin fest davon überzeugt, dass ich bei jedem Entwicklungshilfeprojekt, die Herr Rink und Herr Nocker starten werden, teilnehmen werde. Diese beiden großartigen Lehrer können sich auf unsere zukünftige Hilfe verlassen. Wir danken ihnen für diese Fahrt, die sie uns ermöglicht haben bzw. auch den Sponsoren. Jetzt kann ich meinen Kindern später erzählen, was wirklich der Sinn des Lebens ist und wie froh sie sein können, dass ihnen ein Leben in unserem reichen Deutschland ermöglicht wird.

Was ich erlebt und gesehen habe, ist erschreckend. In welcher Armut zum Beispiel die Kinder auf der Mülldeponie leben, aber trotzdem glücklich sind. So ging der Abend in unserem Hotel zu Ende. Ich lag in meinem Bett, keiner war im Zimmer. Mir gingen alle Erlebnisse durch den Kopf. Doch am tiefsten hat mich das Gespräch mit Jason berührt. Jason war ein Arbeiter, der mit uns gemeinsam am Kinderheim gearbeitet hat. Da saß ich mit Jason draußen neben dem neu errichteten Spielplatz. Ihn interessierte natürlich, wie das Leben so in Deutschland ist. Ich erzählte ihm, dass ich zum Beispiel zur Mittelschicht in Deutschland gehöre. Der ganz normale Bürger. Meine Eltern haben Arbeit, ich arbeite neben der Schule und kann eine erstklassige Schulausbildung genießen. Jason ist im Gegenteil nur Saisonarbeiter. Er erzählte mir, dass er glücklich ist, dass wir da sind und er Arbeit hat. Er arbeitet im Jahr vielleicht 2 Monate und den Rest ist er arbeitslos. So was zu hören, zerreißt mich innerlich, weil man dann irgendwie den Zwang hat, direkt was tun zu müssen, aber es geht nicht. Ich hab ihn gefragt, ob für ihn eine Cola für 35 Peso(ca.60-70 Cent) teuer wäre, daraufhin erzählte er mir, dass es für ihn sehr teuer ist. Für uns waren die Preise auf den Philippinen ein Paradies. Danach hatte ich ihn mal gefragt, ob er ein Haus hat. Er antwortete, dass sein Haus 20000 Peso gekostet hat. Umgerechnet sind es ungefähr 500 Euro. Es ist so groß wie ein normales Klassenzimmer und er lebt dort mit 9 Personen. Er fragte mich, was unser Haus in Deutschland gekostet hat. Ich hatte kein gutes Gefühl, ihm diese Frage beantworten zu müssen. Im Vergleich zu seinen Verhältnissen wäre es für ihn erschreckend. Ich hab ihm erzählt, dass unser Haus ungefähr um die 200.000 Euro gekostet hat. Dann hab ich ihm diese Summe in Peso umgerechnet. Ungefähr 10 Millionen Peso. Danach war er still. Er fragte mich:,, Und du bist nicht reich?" Doch ich erklärte ihm, dass dies in Deutschland mit Krediten geht, die man dann in Raten zurückzahlt. Dieses Erlebnis hat mich sehr berührt. Jeder Gedanke an diese Sachen schafft es, dass sich meine Augen langsam mit Tränen füllen. So endete der Donnerstag und wir legten uns schlafen, nachdem auch Robin und Tim ins Zimmer endlich gekommen sind. Wir freuten und schon auf den nächsten Tag und auf den Schnorchel-Ausflug.

 

Tagebuch von Wilhelm Gros (Berufsoberschule II)

 

17.Tag Samstag 02. Februar 2013

Den Samstag (02.02.2013) verbrachten wir hauptsächlich damit, von Cebu zurück nach Singapur zu reisen. Zunächst aber mal war Aufstehen um 5 Uhr angesagt. Wir packten die Koffer, verabschiedeten uns von unseren Zimmern und genossen ein letztes Mal das reichhaltige Frühstücksbuffet.

Ein Bus brachte uns dann zum Flughafen, nachdem der freundliche Mann mit der Kanone am Steiß dem Busfahrer beim Einladen der Koffer behilflich war. Ein letztes Mal zogen die Straßen von Cebu mit all den Eigentümlichkeiten des Landes an uns vorbei: Wir sahen ein letztes Mal die exotische und wunderschöne Flora, die zahlreichen Kioske sowie andere halb zusammengefallene, aber dennoch bestehende Behausungen, die allgegenwärtige chaotische Stromverkabelung, den faszinierenden Verkehrsorganismus und schon zu früher Morgenstunde Menschenmassen in den Gassen, die alle fröhlich und freundlich jedes Winken erwiderten. Als besonders makabrer Abschiedsgruß geschah auf unserer Strecke noch ein Unfall: Ein kleiner Laster fuhr in eine der zahlreichen Hütten am Straßenrand und der Menge an Schaulustigen nach zu urteilen,  gab es wohl auch menschliches Leid zu sehen. Vorbei an der kleinen DHL-Niederlassung erreichten wir den Flughafen aber unverletzt und auch die präaviatischen Verwaltungsakte meisterten wir dank ausreichender Übung schon wie die Profis.

Gleichfalls verlief der knapp anderthalbstündige Flug mit Cebu Pacific in die Landeshauptstadt Manila reibungslos. Nachdem wir unser Gepäck in Empfang nahmen, gaben wir es auch gleich schon wieder für den nächsten Flug nach Singapur auf. Die Wartezeit zwischen den Flügen verbrachten wir im Flughafen. So besuchten wir 7-Eleven und deckten uns mit Süßigkeiten ein. Auch die eine erlaubte Stange Zigaretten pro Mann erwarben wir hier. Die Hungrigen unter uns aßen sich im Anschluss in einer Filiale der philippinischen Fast-Food-Kette Jollibee satt.

Wieder war es Cebu Pacific, die uns mit einem dreieinhalbstündigen Flug sicher nach Singapur flog. Der Changi Airport, seines Zeichens achtzehntgrößter Flughafen der Welt, begrüßt seine Gäste in der Regel mit einer verzweifeln lassenden Warteschlange vor der Passkontrolle. Durch geschicktes Anstehen und etwas Glück konnten wir die Ansteherei aber etwas verkürzen. Nachdem wir unser Gepäck zurückbekamen, tauschten wir noch ein wenig Geld in Polymer-Singapur-Dollar um. Anschließend suchten wir uns einen Weg zum Mass Rapid Transit (Singapurs Metro). Die Fahrt in die Nähe unseres Hotels dauerte relativ lange und war, da wir sie stehend und mit vollem Gepäck machten, auch relativ anstrengend. Die berühmte asiatische Überfüllung der öffentlichen Verkehrsmittel mussten wir zwar nicht erleben, zwischen der einen oder anderen Station gab es dennoch einen kleinen Vorgeschmack darauf. Nun dauerte es etwas, bis wir uns auf der Straßenkarte zurechtfanden. Unser Hotel war nur noch einen kleinen Fußmarsch entfernt, der uns durchs nächtlich erleuchtete Singapur auch über Brücken führte.

Das Einchecken dauerte lange, bis wir endlich unsere Zimmer beziehen konnten. Später versammelten wir uns wieder alle in der Lobby, um noch gemeinsam essen zu gehen. Die Wahl eines geeigneten Restaurants war jedoch gar nicht so einfach: Abgesehen davon, dass Singapur generell überteuert ist, lassen es sich viele Nahrungsmanufakturen gut bezahlen, dass man an einem ummauerten und stinkenden Fluss speisen darf (muss). Etwas weiter vom Fließgewässer entfernt wurden die Preise dann aber schon fast spürbar erschwinglicher und so fanden wir zwischen von Sportfans übersäten Bars, in denen die unterschiedlichsten Sportarten lauthals bejubelt wurden, schließlich die Gaststätte The Chamber. Bis 23 Uhr genossen die meisten von uns das erste Weizenbier und das erste Fleisch am Stück (Rumpsteak) seit Langem.

Durch die erschöpfende Anreise vermochte es jedoch nicht einmal das zugleich friedliche und doch energische Nachtleben Singapurs, uns zu neuen Erlebnissen zu inspirieren. Wohl niemand wollte etwas anderes, als alsbald zurück ins Hotel und ohne Umwege in Hypnos‘ sanfte Umarmung.

 

18.Tag Sonntag 03. Februar 2013

Am Morgen des zweiten Sonntages im Februar 2013 mussten wir direkt nach dem Zähneputzen unsere kaum entleerten Koffer bereits wieder packen. Einer nach dem Anderen trudelten wir in dem Frühstückssaal ein, zum Teil mussten wir aber auch mit etwas mehr Nachdruck zum Aufwachen bewegt werden.

Nun waren wir endlich bereit für Singapur! Nach dem Studium einer Broschüre mit Ausflugszielen entschieden wir uns für eine Stadtrundfahrt mit Funvee City Tours. Dies geschah nach dem Hop-on-hop-off-Prinzip, das heißt, dass wir einmalig 20 Dollar bezahlten und dann für einen Tag an bestimmten Haltestellen nach Belieben ab- und zusteigen konnten. Zunächst machten wir es uns jedoch im zweiten Stock des Busses gemütlich, der zu zwei Dritteln unbedacht war. Dadurch war es sehr windig, aber auch von angenehmer Temperatur. So fuhren wir also im Linksverkehr durch die von Bäumen und anderen Pflanzen eingerahmten Straßen Singapurs, sahen ein Viertel der Reicheren mit ihren „dicken“ Autos, moderne Gebäude von… na, sagen wir mal experimenteller Gestalt und viele viele Hochhäuser.

Unseren ersten Halt machten wir am Raffles Hotel, das 1887 im Kolonialstil errichtet und nach dem Gründer Singapurs, Sir Thomas Stamford Raffles, benannt wurde. Man sagt, dass hier 1902 der letzte wilde Tiger Singapurs erlegt wurde. Außerdem waren Charlie Chaplin, Elizabeth Taylor, Michael Jackson, Queen Elisabeth II. und auch der Deutsche Hermann Hesse bereits zu Gast im Hause Raffles. Es ist bekannt und berühmt für seine luxuriösen Unterkünfte und seine erlesenen Restaurants. Von dieser Opulenz durften wir auch eine kleine Kostprobe nehmen, indem man uns gestattete, von außen einen kleinen Blick in die Empfangshalle zu werfen. Der Pförtner in stattlicher, indisch anmutender Tracht schien uns aber eher als verschreckende Fremdkörper wahrzunehmen und wollte uns lieber gleich als später weiterziehend wissen. Zu allem Unglück (oder doch eher zum Glück?) fing es dann plötzlich zu regnen an. Man gestattete uns daher freundlicherweise (natürlich abseits des Einganges) auf einigen geflochtenen Stühlen Platz zunehmen, bis das Nass vorübergezogen wäre.

Der nächste Halt galt dem Platz, auf dem sich das mit 165 Metern größte Riesenrad der Welt, der Singapore Flyer, befindet. Diejenigen von uns, die noch Geld hatten, bezahlten die 30$ für eine Fahrt von 30 Minuten und haben dies auch nicht bereut. Interessanterweise wurden die Baukosten von 135 Millionen Euro von deutschen Investoren aufgebracht und die sicherheitstechnische Abnahme erfolgte durch den TÜV Süd. Die Übrigen nahmen die Gelegenheit wahr, im angrenzenden Subway zu speisen, die Grünanlage unter dem Riesenrad zu umwandern oder neidisch den Kunden eines Standes namens Ultimate Drive hinterherzublicken, an dem es mit einer stolzen Summe möglich war, entweder einen gelben oder einen schwarzen Lamborghini Gallardo zu fahren bzw. sich in diesem fahren zu lassen.

Über die Formel1-Strecke Marina Bay Street Circuit ging es dann zu Fuß zum Marina Bay Sands Hotel. Dieses besteht aus drei 55-stöckigen Türmen von je 191 Metern Höhe, die einen 340 Meter langen Dachgarten tragen. Für weitere 20$ war es möglich, per Fahrstuhl die Aussicht von besagtem Dachgarten zu genießen, die gewöhnlich über weite Teile Singapurs reicht. Das Wetter war allerdings immer noch sehr regnerisch, sodass dieses Vergnügen ein wenig ausblieb. Laut Herrn Rink waren die Wolken sogar „zum Greifen nahe“. Während einige von uns also die Aussicht „genossen“, verbrachte der Rest die Wartezeit in der ausgedehnten Einkaufs- und Unterhaltungspassage in den unteren Stockwerken der Hoteltürme. In einem modern entworfenen Café namens Fuse gab es hoffnungslos überteuerten Tee zu genießen.

Persönliche Anmerkung: Singapur ist eine überraschend uninteressante Stadt! Das Preis-/Leistungsverhältnis gleicht in wirklich jeder Beziehung einem Verbrechen! Dabei werden die eigentlichen Verbrechen – und seien sie noch so unscheinbar – bis zur Beschränkung der für uns eigentlich selbstverständlichen persönlichen Freiheit mit Höchststrafen belegt. Hinzu kommt eine sehr strenge Medienzensur…  Singapur war als einmaliges Erlebnis ganz in Ordnung, jedoch nicht wirklich bereichernd. Ein zweites Mal zieht es mich also nicht dorthin.

Schließlich führte uns unser Weg wieder zurück zu unserem Hotel. Es war auch höchste Zeit, denn wir waren von den vielen Eindrücken sehr erschöpft. Um dem Aufwand unserer Anreise zu entgehen (die Straßenbahnen seien um diese Uhrzeit ohnehin überfüllt, so sagte man uns) legten alle zusammen und so engagierten wir zwei Minibusse, die uns zum Flughafen fuhren. Dort lief das uns mittlerweile altbekannte Prozedere ab, das wir problemlos überstanden. Einige von uns zogen sich schon einmal deutschlandtauglich um, ehe die Koffer in den Eingeweiden der unergründlichen Gepäckverteilungsanlage des Flughafens verschwanden. Im Anschluss an unsere Einkehr „Zum goldenen M“ hatten wir noch einige Zeit auf dem „Entertainment Deck“ zu überbrücken. Aber dies fiel wohl kaum jemanden schwer, denn das Angebot war üppig: Es gab eine Caféteria, den Sunflower Garden (eine Außenterasse für Raucher, die so beim Füttern ihres Krebses den Flugzeugen beim Starten, Warten und Landen zusehen konnten), internetfähige Rechner, einen LAN-Raum mit aktuellen Spielen (Call of Duty Black Ops, Prince of Persia u.Ä.), Konsolenstationen, Musikecken und sogar ein Kino sowie eine Senator Lounge für die etwas Privilegierteren. Natürlich konnte man auch eine Etage tiefer jedweden Kaufgelüsten nachgehen oder sich an der doch recht beeindruckenden „Grünen Lunge des Flughafens“ mit Koi-Teich erfreuen.

Wir waren dann aber doch sehr froh, als endlich der Flug LH 779 an Gate E08 ausgerufen wurde. Die Lufthansa gab sich auch alle Mühe, uns den Flug so angenehm wir nur möglich zu machen: Die Stewardessen versorgten uns mit (gar nicht mal sooo schlechtem) Essen, den unterschiedlichsten Getränken und heißen Hygienetüchern. Wer gar keinen Schlaf fand, konnte sich durch ein umfangreiches Medienzentrum unterhalten lassen, das in jeden Vordersitz eingelassen war. Es bot Musik unterschiedlichster Genres, aktuelle Spielfilme, zahlreiche Serien, Sportsendungen, Dokumentation, Sprachkurse, Nachrichten sowie aktuelle Daten unseres Fluges und verschiedene Info-Kurzfilme von Flughansa z.B. über auflockernde, auf dem Sitz durchführbare Übungen oder die Help Alliance, eine wohltätige Suborganisation der Lufthansa. Frühmorgens kamen wir dann am Frankfurter Flughafen an, der um diese Uhrzeit noch ganz verschlafen und leer war. Dies beschleunigte unsere Ankunft erheblich und machte sie so sehr angenehm. Nun hieß es Abschied nehmen von unserem englischen Begleiter Matthew Livesey: Mit ergreifenden Worten und den besten Wünschen schauten wir ihm hinterher, wie er seinen Weiterflug nach England antrat. Einige von uns halten über Facebook auch weiterhin den Kontakt mit ihm.

Unser Bus in die Heimat war sehr pünktlich und wartete bereits draußen auf uns. Es mag unbegreiflich erscheinen, aber es tat gut, die deutsche Kälte wieder zu spüren. Denn sie war echt und nicht von Klimaanlagen erzeugt. Ein entscheidender Unterschied, wie ich nun weiß! Damit wir von unseren Lieben, die uns alle schon sehr vermissten, wieder in Empfang genommen werden konnten, bedurfte es nur noch einer Fahrt über die A3.

Deutsche Verkehrsschilder, laubleere Bäume in der Landschaft und der nahende, schon fast symbolische Sonnenaufgang machten den Kulturschock komplett: Dank moderner Verkehrstechnik ist man heutzutage in 13 Stunden auf der anderen Seite der Erde. Ein Tempo, dass zu verarbeiten der Mensch nicht geschaffen wurde. Der Wechsel von Kultur und Klima geschah so schnell, dass ich gar nicht in der Lage war, ihn zu begreifen und er mehr wie ein Traum erschien. Dadurch fiel es mir auch schwer, die Erlebnisse in Asien vernünftig zu bewerten und einzuordnen. Als ich dann allmählich begriff, wo ich mich befand und welche Chancen dies bot, war ich auch schon wieder mit einem Bein im Flieger. Zurück in Deutschland war es dann zunächst auch wieder sehr schwer, „vollständig anzukommen“ und an das „alte Leben“ anzuknüpfen. Der (Schul-)Alltag mit begonnener Klausuren Phase forderte aber auch hier seine Opfer und riss mich alsbald wieder in den schnelllebigen Sumpf des stumpfen Lernens.

Jetzt, fast zwei Monate später, habe ich Osterferien, verfasse diese Zeilen und finde allgemach wieder Zeit, die Eindrücke auf- und auszuarbeiten, aber noch immer nicht die Worte, meine Gefühle zu bekunden. Vielleicht ist dies auch nur möglich, wenn ich mich ein weiteres Mal nach Asien begebe, dann jedoch für eine noch längere Zeit. Denn die Unterschiede zwischen Ost und West sind (noch) so gewaltig, dass selbst 2,5 Wochen nicht genug sind, um auch nur annähernd den Zeitgeist der Dortigen zu kosten. Fest steht jedenfalls Eines: Ich werde jederzeit einen solchen Urlaub einem zurechtgeschnittenem Touristen-Urlaub von der Stange vorziehen, denn das was man dann bekommt ist – im besten Falle – etwas Erholung. Aber ich habe Kokosnüsse direkt von der Palme genossen, Land und Leute etwas kennen gelernt, das Zimmer mit einem Engländer geteilt, mit philippinischen Arbeitern gemeinsam geschwitzt und Kindern, deren kleine Hände noch ganz schwarz und klebrig vom Wühlen in verwesenden Plastikbergen waren, eine süße Zwischenmahlzeit geschenkt… Das sind Erlebnisse, die den Charakter und das Denken eines Menschen wirklich bilden, unser verdorbenes Bildungssystem ist nicht mal im Ansatz dazu befähigt! Ich lag richtig, als ich mir bei erstem Kontakt mit Herrn Rinks Projekt dachte: „Wilhelm, diese Chance ist selten, das MUSST Du machen!“

Ich habe Herrn Rink auf der Fahrt als sehr bescheidenen Mann kennen gelernt und er wird die folgenden Zeilen daher vielleicht nicht veröffentlichen und vielleicht auch ungern lesen. Aber durch seinen aufopferungsvollen Einsatz für dieses Projekt (und er opfert viel!) hilft er nicht nur den philippinischen Arbeitslosen und Generationen von Waisen, sondern er hilft in ganz enormen Maße auch denen, denen er die Chance bietet, ihm beim Helfen zu helfen. Ich bewundere ihn sehr für dieses Engagement und hoffe inständig, dass meine Umstände es zulassen werden, auch bei seinem Nachfolgeprojekt mitwirken zu können!

   

Offizielles:

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Reisebericht Februar 2012.pdf
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