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Reisebericht 2011

 

Die Schüler der BBS sind nach zweitägiger Reise über Zwischenstopp in Kuwait und Übernachtung in Manila am Montag den 7. 2.  in Cebu angekommen. In Cebu besuchten die Schüler die größte Mülldeponie der Dreimillionenstadt.

Dort trafen sie Dr. Kulüke, der seit ca. 25 Jahren auf den Philippinen lebt und neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität St. Carlos in Cebu viele Hilfsprojekte auf den Philippinen betreut.

Er begleitete die Schülergruppe aus Betzdorf auf den größten Müllplatz der zweitgrößten Stadt der Philippinen in Cebu. Dort lernten die Schüler das Leben der Müllkinder kennen und verteilten Süßigkeiten an die Kinder.

Für die Schüler der BBS war es eine besonders beeindruckende Erfahrung die Müllkinder dort zu erleben wo sie jeden Tag um ihr Überleben kämpfen müssen. Ein Leben welches kaum vorstellbar ist, wenn man es nicht mit den eigenen Augen gesehen hat.

Dr. Kulüke schreibt in einem seiner Rundbriefe vom Dezember 2010:

 

„ 20. Februar 2010. Samstagabend. Vorabendgottesdienst auf der Mülldeponie in Mandaue. Am Ende des Gottesdienstes bitte ich die Kinder, das Dankgebet frei zu formulieren. Ein achtjähriges Mädchen betet: “Lieber Gott, ich danke Dir für den vielen Müll, denn wenn es den Müll nicht gäbe, hätten wir keine Arbeit und auch nichts zu Essen. Ganz herzlichen Dank!” … Das Mädchen weiß, wovon es spricht. Schon im Alter von nur sechs Jahren hat sie gelernt, auf der stinkenden und rauchenden Müllhalde nach wiederverwertbaren und verkauf baren Materialien zu suchen. So trägt sie ihren Teil zum Lebensunterhalt der Familie bei. Erst seit einigen Monaten geht sie in die Schule. Jedes Wochenende und an schulfreien Tagen arbeitet sie weiterhin auf dem Müll …“

 

Die Erfahrung, dass es Menschen gibt, die unter derartigen Bedingungen leben müssen, um zu überleben öffnet den Schülern die Augen für Lebenserfahrungen, die sie auf keine andere Art kennen lernen würden.

Nach dem Besuch der Müllkinder ging es am Abend mit der Fähre auf die Weiterreise nach Surigao del Norte, wo das Kinderheim gebaut wird. Bei schönem Wetter begannen die Bauarbeiten am Kinderheim. Bereits am ersten Tag wurde ein Teil der Fundamente für das Wohngebäude des Kinderheimes fertiggestellt. Gleichzeitig begannen die Bauarbeiten für einen Wasserbehälter aus Ferrozement, der die Trinkwasserversorgung für das Kinderheim sicherstellen soll.

Das schöne Wetter blieb auch in den nächsten Tagen erhalten und die Schüler hatten bereits am 3. Arbeitstag 80% der Fundamente, ein Teil des Mauerwerkes sowie Fundament und Bewehrung für den Wasserbehälter aufgestellt. Am Sonntag erholte sich die Gruppe von den anstrengenden Arbeiten etwas am Strand.

Am Nachmittag gab es eine Veranstaltung für Kinder in einem kleinen Dorf in der Nähe der Baustelle. Dort verteilten die Schüler der BBS über 80 Päckchen mit Schulsachen an Kinder.  Die Päckchen wurden bereits in Deutschland von Spendern an die Schüler übergeben und im Reisegepäck mitgenommen.

 

Bereits nach 6 Arbeitstagen war das BBS Team, seinem Ziel das Erdgeschoss des Wohntraktes und einen 10000 Liter Wassertank herzustellen, schon sehr nahe gekommen. Denn mit großem Einsatz aller Schüler konnten bereits am Dienstag den 15. Februar nahezu alle Maurerarbeiten abgeschlossen werden und am Mittwoch konnte schon mit dem Einbau der Bewehrung für die Stahlbetondecke begonnen werden. Der Bau des Wasserbehälters schritt auch sehr zügig voran und am Mittwoch wurden schon die Bodenplatte und Wände des Wasserbehälters hergestellt.

 

Allerdings haben in der zweiten Woche sehr starke Regenfälle die Bauarbeiten immer wieder unterbrochen.

Am Freitag zeigte sich das Wetter wieder von seiner schönen Seite und das BBS Team konnte noch einmal in einer letzten Kraftanstrengung vor der Abreise alle geplanten Arbeiten fertigzustellen. Die gesteckten Ziele des diesjährigen Einsatzes wurden fast alle erreicht. Der 10.000 Liter Wassertank und das Erdgeschoss des Wohntraktes wurden im Rohbau fertiggestellt. Lediglich die Stahlbetondecke des Wohntraktes konnte nur zur Hälfte fertig betoniert werden. Starke Regenfälle die insbesondere am vergangenen Donnerstag die Bauarbeiten fast vollständig zum Stillstand brachten verhinderten den Abschluss der Betonierarbeiten. Zusätzlich wurden die Betonierarbeiten durch die Störanfälligkeit der in die Jahre gekommenen Betonmischer verzögert. Auch die Bereitstellung eines zusätzlichen Mixers konnte das Problem nicht entschärfen, da dieser ähnliche „Alterserscheinungen“ zeigte.

 

Trotzdem sind die Schüler zufrieden mit ihrer Arbeit. Sie haben einmal mehr unter Beweis gestellt, dass eine Bauleistung von diesem Umfang in 7 effektiven Arbeitstagen gemeistert werden kann. Damit ist ein weiterer großer Schritt zur vollständigen Fertigstellung des Kinderheimes getan.

 

Während ihrer Zeit auf den Philippinen haben die Schüler wieder viele Erfahrungen gesammelt. Angefangen bei dem Besuch der Müllkinder, der besondere Eindrücke bei den Schülern hinterließ wie Florian, der erst so richtig realisiert hat, wie ausweglos das Leben der Müllkinder eigentlich von Anfang an ist. Ein Leben, das man sich nicht vorstellen kann wenn man sich das nicht einmal mit eigenen Augen gesehen hat.  Für Daniel war es sehr interessant zu sehen, dass die Kinder trotz ihrer schwierigen Situation noch fröhlich waren. Die Müllkinder haben sich z.B. mit Elektrokabeln ein Volleyballfeld abgesteckt und mit Freude Volleyball gespielt. Eine Freude, die man unter diesen Bedingungen nicht erwartet hätte. Die gleichen Kinder sind am Tag damit beschäftigt aus dem Müll alle verwertbaren Stoffe herauszusuchen wie Glas und Elektrokabel etc., um ihren Kampf um das Überleben zu gewinnen. Der Müllplatz hat uns gezeigt wie gut es uns in Deutschland eigentlich geht.

Lukas fand es bemerkenswert, wie die Kinder sich über die mitgebrachten Süßigkeiten gefreut haben. In Deutschland müsste man schon mit einer Playstation um sich schmeißen, um die Kinder zu begeistern.

Für Daniel war die Zusammenarbeit während der Bauarbeiten bemerkenswert und er meint damit nicht nur die Zusammenarbeit unter den Mitschülern, sondern auch mit den einheimischen Arbeitern, obwohl die noch eine andere Sprache sprechen. Wir wurden wie Helden gefeiert und alle Leute begegneten uns mit Freundlichkeit. Für Max war eine besondere Erfahrung das Lächeln der Kinder zu sehen. Das war anders als er es sich vorgestellt hatte.

Die Menschen selber zu erleben, wie sie leben gibt einen ganz anderen Bezug zu unserem Projekt sagt Adrian. Ich konnte den Menschen leicht eine Freude machen, wenn ich Ihnen etwas von mir geschenkt haben wie am Ende der Bauarbeiten, wo ich und die meisten aus dem BBS Team den Arbeitern ihre Schuhe und T-Shirts gegeben haben.  Wie die meisten im Team will Adrian wieder dabei sein, wenn in der Zukunft weitere Einsätze stattfinden.

 

Der nächste Einsatz soll in 2012 stattfinden. Dieser Einsatz wird im Rahmen der von der EU geförderten Comenius Schulpatenschaft der BBS Betzdorf mit dem City Colleges in Sheffield, England und der 1st Epal Athen, Griechenland stattfinden. Die Schulpatenschaft trägt den Arbeitstitel “European Students develop their Construction Skills for Children in Need”

Die Partnerschaft bringt Schüler aus Bau-, Elektro-, Anlagenbauklassen und Lehrern aus Deutschland, Griechenland und dem Vereinigten Königreich zusammenbringen. Sie arbeiten  gemeinsam an der Planung der Versorgungsanlagen (Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Abwasserableitung und -aufbereitung) für das Kinderheim. Nachdem die Schüler in 2012 ihre Planungen abgeschlossen haben, werden sie ihre Planung den Philippinen übergeben. Zu dieser Zeit werden die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein und die Versorgungsanlagen können installiert werden.

Die Schüler aus den drei Ländern, die an den Planungen gearbeitet haben, haben nun die Möglichkeit mit einem gemeinsamen Team mit Schülern aus Deutschland, England und Griechenland auf die Philippinen zu reisen um ihre eigene Planung gemeinsam auszuführen.           

Für die Verwirklichung dieser Kombination mit Schülern Entwicklungshilfeprojekte durchzuführen benötigen wir natürlich finanzielle Unterstützung. Die Schüler bezahlen zwar ihre Reisekoten weitgehend aus eigener Tasche, aber für die Finanzierung der Baukosten sind wir auf finanzielle Hilfe angewiesen. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Spendern bedanken, die es ermöglicht haben, dass junge Menschen für die Entwicklungshilfe sensibilisiert wurden und ihnen eine außergewöhnliche Möglichkeit gegeben werden konnte, Erfahrungen für ihr ganzes Leben zu sammeln. Zusätzlich leisten die Schüler einen großen Beitrag zur Völkerverständigung, indem sie zusammen mit Einheimischen an einem Projekt arbeiten, bei dem 32 Straßenkindern wieder eine Lebensperspektive bekommen.

 

 

 

 

Offizielles:

Ministerium.pdf
PDF-Dokument [77.8 KB]
Reisebericht Februar 2012.pdf
PDF-Dokument [3.1 MB]
rheinzeitung.pdf
PDF-Dokument [359.7 KB]

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